Dachhaie

Vorsicht, wenn Ihnen an der Haustür die Reparatur oder Sanierung Ihres Daches angeboten wird, wenn mit Winterpreisen oder Sonderangeboten für die Sanierung gelockt wird - denn dahinter können sogenannte Dach- und Fassadenhaie stecken.

Dachhaie treten oft zu zweit an der Haustür auf. Ziel sind besonders häufig ältere Menschen. Geschulte Verkäufer geben dem ahnungslosen Hausbesitzer vor, mit seinem Dach sei etwas nicht in Ordnung. Sie bieten die Reparatur zum absoluten Tiefstpreis an, da man ohnehin gerade in der Nähe arbeite. Dabei drängen sie auf die rasche Unterschrift des Bauvertrages, der häufig nur eine verlockend geringe Auftragshöhe von 30-250 Euro ausweist - doch die Unterschrift kann finanziell unabsehbare Folgen haben.

Dach-Haie beißen zu und lassen nicht mehr los

Wer den Auftrag unterschrieben hat, ist nun in den Fängen der unseriösen Betriebe. Die angeblichen "Fachkräfte", die anschließend das Dach begehen, bringen oft alte Ziegelscherben und morsche Holzstücke mit, die sie dem erstaunten Hausbesitzer als "Beweise" für den angeblich so katastrophalen Zustand seines Hausdaches präsentieren. Die angebotene, günstige Reparatur könne nun nicht mehr durchgeführt werden. Leider sei ein Folgeauftrag oder gar eine Komplettsanierung fällig. Der erste Schock des verunsicherten und oft überforderten Hausbesitzers wird von den skrupellosen Dachhaien gnadenlos ausgenutzt, um ihm ein besonders "günstiges" Angebot zu unterbreiten. Der "zufällig" bereits mitgebrachte Pauschalvertrag solle am besten gleich unterschrieben werden. Auch der Hinweis auf das Rücktrittsrecht bei "Haustür-Verträgen" dient nur dazu, den Hausbesitzer in Sicherheit zu wiegen - denn meist wird sofort oder kurzfristig nach Vertragsunterzeichnung mit den Arbeiten begonnen. Dann ist es oft zu spät: Der Dach-Hai hat ein neues Opfer gefunden.

Die Dachdeckerinnung Stuttgart rät Ihnen

Auch wenn das Dach kleine Reparaturen notwendig hat oder in der nächsten Zeit eine Sanierung ansteht, sollte niemals sofort und ohne Überlegung ein Auftrag unvorbereitet und übereilt an der Haustür erteilt werden. Die Verträge sollte man immer genau und sorgfältig lesen - auch das Kleingedruckte.

Zuerst sollte ein detailliertes Angebot mit Aufmaß und Einzelpositionen erstellt werden.

Es wird dringend geraten, ein Angebot von dem Dachdecker der eigenen Wahl einzuholen - auch wenn dann das vermeintlich günstige Angebot des Dach-Hais keine Gültigkeit mehr haben sollte. Denn nicht zu vergessen ist, dass der Dachhai-Vertreter häufig eine Provision in Höhe von 20 Prozent oder mehr für die Vermittlung des Auftrags erhält. Das heißt, umso höher der Auftrag, umso höher die Prämie. Der eigentliche Zahlende ist der Kunde.

Auf jeden Fall sollten Sie vor der Auftragsvergabe bei der örtlich zuständigen Handwerkskammer oder der Dachdeckerinnung nachfragen, ob der anbietende Betrieb eingetragen und bekannt ist.

Infomaterial

 Dach-Hai Infoflyer

 Dach-Hai Info - Auszug Dachdeckermagazin

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